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Vollgeld

 

Vom krisengeschüttelten und ungerechten Geld- und Finanzsystem zum Vollgeld („c“), Zeit- und Regiogeldern, zu demokratischen Banksystemen ohne 
Zins und Zinseszins

Was bedeutet Monetative?
In Deutschland ist die Staatsgewalt in 3 Gewalten aufgeteilt und zwar in Legislative (Gesetzgebung), Exekutive (Regierung, Verwaltung) und Judikative (Rechtsprechung).  Es soll nun eine 4. Gewalt, die Monetative (Zentralbank), geschaffen werden, die die Aufgabe hat, jegliches Geld zu schöpfen und die Geldmenge unter Kontrolle zu behalten. Die Bundesbank hat seit jeher die Aufgabe, „Währungshüterin“ zu sein. Sie kann diese Aufgabe aber kaum erfüllen, da ihr auf Grund der eigenständigen Geldschöpfung der Banken die Kontrolle über die Geldmenge entglitten ist.
Die Monetative ist unabhängig von Weisungen der Regierung und des Parlaments und nur dem Gesetz verpflichtet.

Was ist Vollgeld?
Vollgeld ist die Abkürzung für vollgültiges gesetzliches Zahlungsmittel, herausgegeben durch die Zentralbank.
Unser heutiges Geld auf den Girokonten der Banken wird Giralgeld (Buchgeld) genannt. Es ist kein gesetzliches Zahlungsmittel, sondern nur ein Anspruch an die Bank, uns auf Verlangen gesetzliche Zahlungsmittel auszuzahlen.
Dieses Giralgeld soll durch staatliches Vollgeld ersetzt werden, d.h. zu gesetzlichem Zahlungsmittel werden.

Debattenbeitrag Monetative


Wie soll Geld nach den Vorstellungen der  Vollgeldreform in Zukunft geschöpft werden?
Die Schöpfung des Giralgeldes ( ca. 82 % der derzeitigen Geldmenge) liegt zur Zeit allein in den Händen der Geschäftsbanken. Allein das Bargeld  (Geldmünzen und Banknoten) stellt zur Zeit Vollgeld dar.
In Zukunft soll das gesamte Geld als Vollgeld herausgegeben werden und zwar durch die Zentralbanken.
Wie schon einmal im 19.Jahrhundert, als privat ausgegebene Banknoten durch staatliche Zentralbanknoten ersetzt wurden, soll heute das Giralgeld durch staatliches Vollgeld ersetzt werden.
Dies geschieht dadurch, dass zu einem Umstellungstag alle Girokonten gleichzeitig auf einmal umgestellt werden und zu gesetzlichen Zahlungsmitteln werden. Am Kontostand ändert sich nichts. Der Kontoinhaber muss den Vorgang nicht einmal bemerken.
Nach der Umstellung wird das Konto weiterhin von der Geschäftsbank geführt. Das Konto gehört dann aber nicht mehr der Bank, sondern befindet sich im Alleinbesitz des Kunden.
In Zukunft wird dann neu benötigtes Geld von der Zentalbank auf den Konten, die die Zentralbank für den Staat führt, einfach gutgeschrieben. Es handelt sich hier um zinsfreie Überlassungen.
Die Regierungen bringen dann das neue Geld durch öffentliche Ausgaben in den Geldkreislauf nach Maßgabe des vom Parlament beschlossenen Haushaltsplanes. 
Hätte der Staat nach der Reform Anspruch auf den Geldschöpfungsgewinn?
Der Geldschöpfungsgewinn, die Seigniorage, entspricht der Differenz zwischen den Kosten für die Bereitstellung der neuen gesetzlichen Zahlungsmitteln und ihrer faktischen Kaufkraft.  Dieser Gewinn fließt in Zukunft dann an den Staatshaushalt. Nach heutigen Maßstäben handelt es sich je nach Wirtschaftswachstum jährlich um etwa 15 - 40 Mrd EUR in Deutschland. Damit lassen sich ca. 1,5 - 3,5% aller öffentlichen Ausgaben incl. Sozialversicherung bestreiten.
In den Jahren, in der die Umstellung von Giralgeld auf Vollgeld erfolgt, entsteht ein einmaliger Geldschöpfungsgewinn, mit dem ca. 2/3 unserer heutigen Staatsverschuldung abgebaut werden könnte.
Dieser hohe Gewinn entsteht, weil alles Giralgeld bisher nur eine Verbindlichkeit der Banken auf Auszahlung von bisherigem gesetzlichem  Zahlungsmittel (Münzen und Banknoten) war. Müssen die Banken diese Verbindlichkeit erfüllen und das Geld an die Zentralbank zurückzahlen, kann diese das Geld selbst schöpfen und wieder in Umlauf bringen.
Hätte die Zentralbank nach der Reform die Geldmenge vollständig unter Kontrolle?
Obwohl die Zentralbanken immer behaupten, sie hätten die Geldmenge mit ihren Finanzinstrumenten unter Kontrolle, besagen die realen Zahlen etwas anderes.
In den 15 Jahren bis zur Finanzkrise 2008 wuchs die Wirtschaft in Deutschland real um 23%, die Geldmenge aber um 189%.
Da kann man wohl nicht von einer Kontrolle der Geldmenge sprechen.
Da nach der Vollgeldreform allein die Zentralbanken das Geld schöpfen können, wird es unter dem neuen System nicht mehr zu diesen Auswüchsen kommen.
Es können weiterhin Finanzanlagen getätigt werden. Jedoch kann dies nur mit den Geldern von Anlegern geschehen. Die Banken können nicht mehr für diese Geschäfte selbst das Geld schöpfen.
Könnten in einem Vollgeldsystem Guthaben auf laufenden  Konten in einem Bankencrash verloren gehen?
Nein, das Geld auf den Geldkonten gehört nicht mehr zur Bank, wie es zur Zeit der Fall ist. Die Guthaben auf den Geldkonten sind gesetzliche Zahlungsmittel in alleinigem Besitz der Kunden und werden durch die Banken oder andere Zahlungsabwicklungsgesellschaften verwaltet.
Es besteht dann die gleiche Situation wie mit den Depotkonten. Die Wertpapiere, die die Bürger in ihrem Depot haben, gehören nicht der Bank. Bei einem Crash der Bank werden sie auf eine andere Bank übertragen. 
Können in einem Vollgeldsystem Spareinlagen in einem Bankencrash verloren gehen?
Ja, bei den Spareinlagen handelt es sich nicht um vorhandenes sondern um verliehenes Vollgeld.
Der Anleger erhält Zinsen für sein verliehenes Geld. Wenn aber alles schief geht, können Spareinlagen trotz Sicherungsfonds verloren gehen.
Nach einer Vollgeldreform würde das Einlagengeschäft der Banken so funktionieren, wie die meisten Leute heute denken, dass dem so wäre.
Die Banken nehmen Gelder von den Anlegern an und vermitteln diese Gelder an Kreditnehmer für Vorhaben, die die Banken geprüft haben. Die hierbei auftretenden Risiken tragen die Banken ebenso wie die Kunden. Die Banken wären in einem Vollgeldsystem aber wesentlich stabiler, da sie die hohen mit der Geldschöpfung verbundenen Risiken nicht mehr eingehen könnten und müssten.
Würde der Zahlungsverkehr bei einem Crash beeinträchtigt?
Nein, da in einem Vollgeldsystem die laufenden Geldkonten der Kunden getrennt von den sonstigen Bankgeschäften geführt werden, wird der Zahlungsverkehr nicht beeinträchtigt.
Müssten Banken nach dem Crash noch gerettet werden?
Nein, um den allgemeinen Zahlungsverkehr und dadurch die Wirtschaft am Laufen zu halten, müssen Banken nicht mehr gerettet werden.
Müssten sich Staaten nach der Reform noch bei Banken verschulden?
Nein, sofern die entsprechenden Vorschriften des Lissabon-Vertrages  geändert werden. Dann könnten die Zentralbanken direkt zur Staatsfinanzierung beitragen und ihr hoheitliches Recht der Geldschöpfung in Anspruch nehmen. Sofern nicht, müssten die Regierungen weiterhin bei den Banken Geld aufnehmen.
Die Staaten müssten nicht mehr Banken mit Geld retten, damit ihnen diese Banken dann mit hohen Zinsen belastetes Geld ausleihen. Eine absurde Situation !


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